Nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks sind eine wirksame Schmerztherapie und eine frühzeitige Mobilisation besonders wichtig. Genau hier setzt das Forschungsprojekt von Dr. Thomas Komanek, Leitender Arzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des St. Anna Hospital Herne, an: Untersucht werden soll die sogenannte PENG-Blockade, ein noch relativ neues Verfahren der Regionalanästhesie. Dabei werden unter Ultraschallkontrolle gezielt kleine Nervenäste im Bereich des Hüftgelenks betäubt, wodurch die Schmerzweiterleitung vorübergehend unterbrochen wird. So sollen Schmerzen nach der Operation wirksam gelindert werden, ohne die Muskelkraft im Bein wesentlich zu beeinträchtigen. Dr. Komanek wurde nun dafür mit einem Forschungsstipendium für Regionalanästhesie 2026 der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ausgezeichnet.
Nach einer Hüft-OP stehen verschiedene Verfahren zur Schmerzlinderung zur Verfügung. Bei der sogenannten Pericapsular Nerve Group (PENG)-Blockade wird ein Lokalanästhetikum (örtliches Betäubungsmittel) in die Nähe des Hüftgelenks gespritzt. Dadurch werden vor allem die schmerzleitenden Nervenfasern betäubt, während die für die Beinbewegung zuständigen Nervenanteile weitgehend ausgespart bleiben sollen. „Im Rahmen der Studie wird unter anderem untersucht, welche Menge des eingesetzten Lokalanästhetikums für eine möglichst gute Schmerzlinderung bei gleichzeitigem Erhalt der Beinbeweglichkeit erforderlich ist", erklärt Dr. Thomas Komanek. Zusätzlich wird geprüft, ob die Blockade eines weiteren oberflächlichen Nervs, der die Haut an der Außenseite des Oberschenkels im Bereich des Hautschnitts versorgt, die Schmerztherapie weiter verbessern kann. Insgesamt sollen 168 Patienten untersucht werden, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten.
Beitrag zur Weiterentwicklung der Schmerztherapie nach Hüft-OPs
„Dass wir diese Studie durchführen können, verdanken wir der engen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der St. Elisabeth Gruppe am Standort St. Anna Hospital Herne. Auf dieser Basis wollen wir die Regionalanästhesie gemeinsam ausbauen und konkrete, moderne Ansätze zur Weiterentwicklung der Schmerztherapie nach Operationen erforschen", betont Dr. Komanek. Langfristig können die Erkenntnisse auch eine Grundlage für künftige wissenschaftliche Empfehlungen und Leitlinien bilden.
„Die Auszeichnung des Projekts unterstreicht, wie unsere Forschung dazu beiträgt, moderne Behandlungskonzepte nach Operationen für die Patienten weiterzuentwickeln", freut sich Prof. Dr. Ulrich Frey, Direktor des Zentrum für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der St. Elisabeth Gruppe mit den Standorten Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum und St. Anna Hospital Herne.
Forschungsstipendium für Projekte der Regionalanästhesie
Das Forschungsstipendium wird jährlich von der DGAI vergeben, ist mit 2.500 Euro dotiert und fördert innovative wissenschaftliche Projekte in der Regionalanästhesie.


