Adipositas ist längst mehr als ein individuelles Gesundheitsproblem. Als chronische Erkrankung mit vielfältigen Ursachen und Folgen stellt sie das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen – und betrifft Menschen in nahezu allen Lebensphasen. Wie moderne Prävention und Therapie heute aussehen können, stand im Mittelpunkt der 35. Herner und Bochumer Ernährungsmedizinischen Fortbildung im Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.
Zahlreiche medizinische Fachkräfte kamen zu der Fortbildung mit dem Titel „Adipositas über die Lebensspanne“ zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Behandlung auszutauschen. Als Gastgeber führten Prof. Dr. Rainer Wirth, Direktor der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation im Marien Hospital Herne, und Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Marien Hospital Witten, durch die Veranstaltung. Organisiert wurde die Fortbildung, deren Schirmherrschaft die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) übernahm, von beiden Kliniken.
Im Fokus standen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze aus verschiedenen medizinischen Disziplinen. Die Vorträge reichten von Adipositas im Kindesalter über psychologische Aspekte des Essverhaltens bis hin zu medikamentösen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Auch die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen erfolgreicher Gewichtsreduktion sowie besondere Herausforderungen bei hochbetagten Patientinnen und Patienten wurden diskutiert.
„Adipositas begleitet Menschen heute häufig über viele Jahrzehnte ihres Lebens und beeinflusst zahlreiche andere Erkrankungen. Deshalb ist es wichtig, die unterschiedlichen Lebensphasen in Prävention und Therapie mitzudenken“, betonte Prof. Dr. Rainer Wirth, Direktor der Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation im Marien Hospital Herne. „Interdisziplinäre Fortbildungen wie diese bieten eine wichtige Plattform, um aktuelle Erkenntnisse aus verschiedenen Fachgebieten zusammenzuführen.“
Auch chirurgische Behandlungsmöglichkeiten waren Thema der Veranstaltung. Moderne operative Verfahren können bei schwerer Adipositas eine wirksame Therapieoption darstellen – vorausgesetzt, sie sind in ein umfassendes Behandlungskonzept eingebettet.
„Die Therapie der Adipositas hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt – sowohl medikamentös als auch operativ“, erklärte Prof. Dr. Metin Senkal, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Marien Hospital Witten. „Entscheidend ist, dass wir Patientinnen und Patienten individuell und interdisziplinär begleiten – von der konservativen Therapie bis hin zu chirurgischen Verfahren und der langfristigen Nachsorge.“
Die Fortbildung machte deutlich, dass die erfolgreiche Adipositas-Therapie weit mehr umfasst als Gewichtsreduktion allein. Neben medizinischen Maßnahmen spielen auch Ernährungsberatung, psychologische Unterstützung und eine langfristige Betreuung eine zentrale Rolle.


