Die Klinik übernimmt seit mehr als 25 Jahren die Pflichtversorgung für die Stadt Herne. Dabei sind alle Stationen offen. Patienten, die einer beschützenden Obhut bedürfen, begegnen wir mit intensiver Fürsorge. So wird eine offene, durch Zuwendung geprägte Atmosphäre gewährleistet.
Neben der offenen Tür stellt der Verzicht auf eine Aufnahmestation ein weiteres Qualitätsmerkmal der gemeindepsychiatrischen Klinik dar. Die Anwesenheit auf einer Aufnahmestation wird von allen Beteiligten in der Regel als belastend empfunden, da sich hier gestörtes Erleben und Verhalten von akut Kranken konzentriert und wechselseitig verstärkt. Gerade akut kranke Menschen benötigen jedoch eine eher ruhige, ausgleichende und fördernde Umgebung. Zudem erspart die kontinuierliche Behandlung auf einer Station einen für Patienten evtl. nachteiligen Beziehungsabbruch zu Therapeuten und Pflegepersonal.
Die heterogene Zusammensetzung von Patientinnen und Patienten auf den Stationen (unterschiedliche Krankheitsbilder, jüngere und ältere Menschen usw.) normalisiert und entspannt ebenfalls das Stationsklima. Man schaut als Patient sozusagen „über den Tellerrand“, konzentriert sich weniger auf die eigenen Symptome und „Schwächen“, kann evtl. helfen und Ratschläge erteilen und so seine gesunden Persönlichkeitsanteile, Fähigkeiten und besonderen Stärken wiederentdecken und fördern. So genannte störungsspezifische Therapien, die dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, finden stationsübergreifend statt.
Ihren individuellen Behandlungsplan werden Sie gemeinsam mit Ihrem Bezugstherapeuten erarbeiten, hierzu gehört die Teilnahme an ausgewählten gruppenpsychotherapeutischen Behandlungen, Einzelpsychotherapie, Entspannungstraining, Kreativtherapie, möglicherweise die Einnahme von speziellen, gezielt bei einzelnen Krankheitsbildern wirksamen Medikamenten und vieles mehr. Ein wichtiges Kennzeichen unseres therapeutischen Angebotes ist die Außenorientierung. So finden z.B. therapeutische Aktivitäten in den Räumen der Volkshochschule, in Sportvereinen und anderen (Bildungs-) Einrichtungen statt.
„Der Mensch ist nicht nur krank, wenn er krank ist“ – er ist z.B. Mutter oder Vater, (Ehe-) Partner, Mitglied in einem Verein, Hobbyhistoriker, Gärtner, Sachbearbeiter im Amt und vieles mehr. Die Teilhabe an diesen vielfältigen Rollen stellt einen wesentlichen Baustein für die Gesundheit dar. Deshalb beachten wir in besonderem Maße die verschiedenen sozialen Bezüge, in denen Patienten und Patientinnen leben oder auch gelebt haben. Wir versuchen, Ihnen zu helfen, Ihr Engagement in diesen Rollen zu stärken oder auch an ehemaligen Aktivitäten und Interessen wieder anzuknüpfen.
Wichtiger therapeutischer Baustein im gesamten Behandlungskonzept ist aus diesem Grund die Förderung und Bereitstellung von Möglichkeiten, diese Erfahrungen und Rollen (neu) zu erproben und durch Üben weiter ausbauen zu können.
Dies kann sowohl auf Ihrer Station erfolgen durch Planung und Mitgestaltung von Stationsabläufen, wie z.B. der Moderation einer unserer soziotherapeutischen Morgenrunden, in denen Sie sich über die täglichen Aktivitäten und Freizeitangebote in der Stadt oder auch in der Nachbarschaft austauschen und gemeinsame Unternehmungen besprochen werden.
Darüber hinaus können Sie an den zahlreichen überstationären Aktivitäten, die von unseren Patienten mitentwickelt und fortlaufend den eigenen Bedürfnissen und Interessen entsprechend gestaltet werden, teilnehmen.
Insbesondere hier sind zu nennen die „Ateliers“, die 14-tägig erscheinende und selbstgestaltete Zeitung sowie die Teilnahme an unserer Patientenvertretung, den Delegierten.
Ein weiteres Beispiel für überstationäre Aktivitäten, an denen Patienten, ehemalige Patienten, aber auch interessierte Bürger aus der näheren und weiteren Umgebung mitwirken und mitgestalten können, ist nicht zuletzt das Jakobuswegprojekt. Die Pilgerwanderung nach Santiago de Compostela hat mittlerweile so viele Aspekte, dass wir ihr einen eigenen Informationspunkt auf unserer Homepage gewidmet haben.

St. Marien-Hospital Eickel
Klinik für Psychiatrie, Psycho-
therapie und Psychosomatik
Marienstraße 2
44651 Herne
Fon: 02325 374-0
E-Mail: info@marienhospital-eickel.de